Legales Bakteriendoping: Mehr Ausdauer beim Laufen

Besser laufen mit den richtigen Bakterien?

Kann man vielleicht die Leistungsfähigkeit von Ausdauersportlern durch die Förderung oder Zugabe bestimmter Bakterienarten verbessern? Diese Frage stellten sich einige Wissenschaftler, als sie eine Woche vor und eine Woche nach dem Lauf die Stuhlproben von 15 Läufern des Boston Marathons verglichen. Die Ergebnisse wurden in einer Pressemitteilung des Fachblattes „Nature Medicine“ im Juni 2019 veröffentlicht und von Spiegel Online ebenfalls im Juni 2019 in einem Artikel aufgegriffen.

Der Zusammenhang zwischen der Darmflora und der Gesundheit

Dass der Darm sehr wichtig für den Körper und dessen Gesundheit ist, ist seit etlichen Jahren weitverbreitet und ist spätestens mit dem Buch von Giulia Enders, „Darm mit Charme“, auch einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt. Schließlich hält sich das Buch der Gastroenterologin seit seinem Erscheinen im April 2017 durchgehend in der Top 10 der Paperback Sachbücher (Stand Juli 2019). Der Darm ist wichtig für unsere Gesundheit. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ist dein Darm gesund, beeinflusst das nachhaltig deine Gesundheit – schließlich ist der Darm und dessen gesundes Funktionieren ein wesentlicher Indikator für die eigene Immunabwehr und erfährt auch in Studien immer mehr Aufmerksamkeit. Bis zu 100 Billionen Bakterien sind dort angesiedelt – eine Zahl, die man sich nur ganz schwer vorstellen kann. Wir sollten beim Wort „Bakterium“ auch nicht ausschließlich sofort an Krankheit denken. Bakterien sind überlebenswichtig für unseren Organismus, die Verdauung und generell unser Wohlbefinden. Und die allermeisten davon, gute wie auch weniger hilfreiche, sitzen nun einmal im Darm. Als Darmflora oder auch Mikrobiom bezeichnet man nun alle Bakterienstämme, die dort angesiedelt sind. Ändert sich die Zusammensetzung der Darmflora, hat das unter Umständen Auswirkungen auf unseren Körper und möglicherweise sogar auch auf unsere Leistungsfähigkeit, wie die Wissenschaftler festgestellt haben.

Sport und Ernährung als zentrale Stellschrauben der Darmgesundheit

Wer regelmäßig Sport treibt und zum Beispiel laufen geht, schwimmt, das Fitnessstudio besucht oder daheim seine Runde auf dem Laufband, dem Crosstrainer oder am Rudergerät absolviert, der tut nachweislich seiner Gesundheit etwas Gutes. Wenn dazu noch eine ausgewogene und gesunde Ernährung kommt, dann hat das positive Auswirkungen auf die Darmflora. Denn die vielen Mikroorganismen im Darm sind verantwortlich für unsere Verdauung, die Immunabwehr, die Vitalstoffversorgung und sogar für den Hormonhaushalt. Kommt dieses hochkomplexe System aus dem Gleichgewicht durch ungesunde Ernährung und/oder einen inaktiven Lebensstil, so hat das unmittelbare Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Bakterium Veillonella mitverantwortlich für unsere Leistungsfähigkeit?

Marathonläufer

Die Forscher haben anhand der Proben der 15 Probanden des Boston Marathons dargestellt, dass offenbar ein ganz bestimmtes Bakterium namens „Veillonella“ dafür sorgt, dass die Laktate, die während der sportlichen Betätigung in den Muskeln gebildet werden, abgebaut werden. Die Mikroben wurden in einer erhöhten Konzentration nach dem Marathon festgestellt. Bei diesem Abbauprozess entstehen sogenannte Propionate, das sind kurzkettige Fettsäuren. Diese wiederum beeinflussen die Herzfrequenz, den Sauerstoffverbrauch und die Fettverbrennung. Um zu sehen, ob Veillonella-Bakterien im Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit stehen, unternahmen die Wissenschaftler einen Versuch an Mäusen: Sie pflanzten die Bakterien in den Darm vorn Mäusen und ließen sie in einem Hamsterrad laufen, solange, bis sie nicht mehr konnten. Mäuse mit dem eingepflanzten Bakterienstamm konnten im Schnitt bis zu 13 Prozent länger im Hamsterrad laufen als die Vergleichsgruppe ohne Veillonella-Zusatz.

Dies ist ein interessanter Ansatz, an dem natürlich die Wissenschaftler, aber auch Entwickler von probiotischen Lebensmittelergänzungen ein großes Interesse haben. Dennoch sollte man immer im Blick haben, dass die Erkenntnisse dazu aus einer Untersuchung an sehr wenigen Probanden gewonnen wurden und sich zudem auch die Ergebnisse aus Mäusestudien nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen. Hier sind definitiv weitere Forschungen und Studien nötig, um dazu eine solide wissenschaftliche Aussage treffen zu können. Weiterhin werden Aussagen von anderen, anerkannten Experten zu dem Thema benötigt, die keinerlei wirtschaftliches Interesse hegen und als absolut unabhängige Experten das Thema neutral untersuchen. Auch der konkrete Nutzen sowie die Risiken für den Menschen werden nicht angesprochen. Dennoch ist das Thema gerade für Leistungssportler wie Marathonläufer durchaus interessant: Kann durch weitere Studien und Untersuchungen vielleicht nachgewiesen werden, dass bestimmte Bakteriensorten einen unmittelbaren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Körpers ausüben? Wenn das der Fall ist, gibt es eine gesunde Möglichkeit, durch die Zufuhr dieses Bakterienstammes den Körper zu größerer Leistungsfähigkeit und Ausdauer zu animieren? Die konsequente Weiterentwicklung wäre dann eine Art probiotische Ergänzungsnahrung.

Es gibt bereits Studien, die aufzeigen, dass die zusätzliche Aufnahme von Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämmen dabei helfen kann, den oxidativen Stress zu reduzieren, die Immunfunktion zu fördern sowie die Aufnahme von pflanzlichen Kohlenhydraten zu unterstützen. All dies kann und wird ebenfalls zu einer Leistungssteigerung führen sowie die Regenerationszeiten des Körpers verbessern. Erholt sich der Körper eines (Ausdauer-)Sportlers schneller, kann der Athlet logischerweise auch öfter trainieren und somit allgemein seine Fitness und Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen.

Welche leistungssteigernden, erlaubten Mittel sind noch bekannt?

Ergogene, also leistungssteigernde, Substanzen sind von jeher von großem Interesse für alle Athleten. Es gibt eine Menge von risikoreichen Experimenten, ab und an sogar mit Todesfolge, die aufzeigen, wie sehr die Menschen bereit sind, bis an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen. All dies hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass zahlreiche Substanzen und Präparate verboten wurden und eine Dopingliste eingeführt wurde.

Dennoch gibt es auch eine Fülle von ungefährlichen Mitteln, die legal sind und nachgewiesenermaßen die Leistungsfähigkeit erhalten oder sogar steigern können. Diese kommen üblicherweise eh in der gesunden Ernährung des Menschen vor.

Einige davon sind:

  • Vitamine mit antioxidativer Wirkung wie Vitamin C und Vitamin E

  • Diverse Mineralstoffe sowie Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Chrom, Selen oder Kupfer

  • Ungesättigte Fettsäuren & mittelkettige Fette: MCT, Kreatin, L-Carnitin

Eine der besten Möglichkeiten ist nach wie vor eine optimierte Kohlenhydratzufuhr: Sind ausreichend Kohlenhydrate verfügbar, so ermöglichst das pro Zeiteinheit einen höheren Energieumsatz und das wiederum führt zu einer höheren Leistungsfähigkeit.

Die Autorin - Melanie

Blog-Autorin Melanie Benthin

Melanie ist freiberufliche Texterin & Korrektorin. Sie betreibt Funktional Fitness und ab und an auch mal eine Einheit Crossfit. Lieblingsübung: Deadlifts. Ansonsten mag sie Vini-Yoga, ist Katzenfreundin und Matcha- und Espresso-Fan.

 

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