Ergometer und Speedbike sind beides Fahrräder, die im Wohnzimmer stehen bleiben – und trotzdem zwei verschiedene Sportgeräte. Das eine ist ein Messinstrument, das andere ein Rennrad ohne Straße. Im Folgenden erfährst du, woran du den Unterschied im Datenblatt erkennst, welche Vor- und Nachteile jede Bauart hat und welches Rad zu deinem Training passt.
Der Unterschied in einem Satz
Ein Ergometer regelt den Widerstand in Watt – du gibst eine Leistung vor, das Gerät hält sie. Ein Speedbike hat eine schwere Schwungscheibe und einen Widerstandsregler; wie hart du trittst, entscheidest du selbst.
Daraus folgt alles Weitere: Sitzposition, Sattel, Lenker, Schwungmasse und die Frage, ob du dein Training in Zahlen planen kannst.
Ergometer oder Speedbike – die Unterschiede im Überblick
Die wichtigsten Werte im direkten Vergleich:
| Merkmal | Ergometer H25 | Speedbike S17 |
| Widerstand | 5 – 350 Watt, geregelt | Schwungmasse + Regler |
| Schwungmasse | 18 kg | 28 kg |
| Sitzposition | aufrecht | nach vorn geneigt |
| Satteltyp | Komfort | Sport |
| Pedalabstand (Q-Faktor) | 21 cm | 22 cm |
| Starrlauf | nein | ja |
| Aufstellmaß | 114,5 x 57 x 137,5 cm | 126 x 50 x 100 cm |
| Max. Benutzergewicht | 120 kg | 150 kg |
Was „Watt" im Datenblatt bedeutet
Ein echtes Ergometer hält eine vorgegebene Leistung konstant – trittst du langsamer, erhöht das Gerät den Widerstand. Damit ist eine Einheit wiederholbar und vergleichbar: „20 Minuten bei 120 Watt" bedeutet nächsten Monat dasselbe wie heute.
Genau deshalb steht bei unseren Ergometern ein Belastungsbereich in Watt: 10–350 Watt beim H21 Pro, 5–350 Watt beim H25, 5–200 Watt beim H24. Speedbikes haben diesen Wert nicht – dort steht stattdessen die Schwungmasse.
Vorteile eines Ergometers
- Planbares Training. Wattvorgabe, pulsgesteuerte Programme und einstellbare Pulsgrenzen machen Intervalle und Belastungssteuerung möglich.
- Aufrechte, rückenfreundliche Sitzposition. Kein Druck auf Handgelenke und Nacken.
- Komfortsattel und niedriger Einstieg. Das H21 Pro hat 45 cm Einstiegshöhe – wichtig für Einsteiger, ältere Nutzer und die Reha.
- Kein Starrlauf. Du kannst jederzeit aufhören zu treten, ohne dass die Pedale weiterlaufen.
- Vergleichbare Werte. Fortschritt lässt sich belegen, nicht nur fühlen.
Nachteile eines Ergometers – ehrlich betrachtet
- Weniger sportliches Fahrgefühl. Im Wiegetritt aus dem Sattel zu gehen ist nicht die Stärke dieser Bauart.
- Geringere Schwungmasse. 12–18 kg gegenüber bis zu 28 kg beim Speedbike – der Lauf ist weniger satt.
- Höherer Aufbau. Lenker und Konsole bauen hoch, das Gerät wirkt im Raum größer.
- Kein Indoor-Cycling-Erlebnis. Wer die Kursatmosphäre sucht, findet sie hier nicht.
Vorteile eines Speedbikes
- Hohe Schwungmasse. 28 kg beim S17, 20 kg bei S15 und S20 – der Lauf ist rund und gleichmäßig, ähnlich einem Rennrad.
- Wiegetritt möglich. Rahmen und Sitzposition sind dafür gebaut.
- Kompakter Aufbau. Das S17 misst 126 x 50 x 100 cm und baut damit niedriger als die meisten Ergometer.
- Höheres Benutzergewicht. S15, S17 und S20 tragen 150 kg.
- Passend für Kurs-Apps. Kinomap und Zwift laufen auf S18 Pro, S20 und weiteren Modellen.
Nachteile eines Speedbikes – ehrlich betrachtet
- Keine Wattregelung. Ein Trainingsplan nach Leistungsvorgabe ist damit nicht umsetzbar.
- Starrlauf. Die Pedale laufen mit der Schwungscheibe weiter – abruptes Aufhören geht nicht. Für Einsteiger ist das gewöhnungsbedürftig, und man sollte es wissen, bevor man aufsteigt.
- Sportsattel. Schmal und hart. Ohne Eingewöhnung sind die ersten Einheiten unbequem.
- Vorgebeugte Haltung. Bei Nacken- oder Handgelenksbeschwerden nicht ideal.
- Großer Q-Faktor bei manchen Modellen. S15 und S20 liegen bei 31 cm; das S17 kommt mit 22 cm der Gehspur näher.
Ein Sonderfall: Reibungsbremse statt Magnet
Nicht jedes Speedbike bremst magnetisch. Das Indoor Cycle Dynamic S14 nutzt ein Reibungsbremssystem, das Speedbike Tour S11 eine Filzbremse. Das ist einfach, günstig und robust – der Bremsbelag ist aber ein Verschleißteil, und die Einstellung ist weniger fein als bei einem Permanentmagneten. Wer viel und regelmäßig fährt, ist mit Magnetbremse besser bedient.
Unsere Geräte im Überblick
Ergometer Wi-Fi H21 Pro
10–350 Watt, Schwungmasse 18 kg, Einstiegshöhe 45 cm, Q-Faktor 22 cm, pulsgesteuerte Programme mit einstellbaren Pulsgrenzen, Wi-Fi, Kinomap mit Widerstandsregulierung, SPD-Klickpedale (Shimano-kompatibel), bis 130 kg. → Zum H21 Pro
Ergometer Studio Pro H25
5–350 Watt, Schwungmasse 18 kg, Q-Faktor 21 cm, Komfortsattel, Schrittlänge 75–95 cm, bis 120 kg. → Zum H25
Ergometer Ride H24
5–200 Watt, Schwungmasse 12 kg, Komfortsattel, 30 kg Eigengewicht, bis 130 kg. Der kompakte Einstieg ins wattgesteuerte Training. → Zum H24
Ergometer Smart Fit H22
Schwungmasse 12 kg, Permanentmagnet, 118,5 x 54 x 139 cm, bis 120 kg. → Zum H22
Speedbike Studio Pro S17
Schwungmasse 28 kg – die höchste in unserem Sortiment –, Q-Faktor 22 cm, Sportsattel, Starrlauf, Magnetbremse, 126 x 50 x 100 cm, bis 150 kg. → Zum S17
Speedbike Multimedia Studio Pro S20
Schwungmasse 20 kg, 32 Widerstandsstufen, TFT-Touch-Display, Kinomap, Zwift und iConsolePro, Tablethalterung, bis 150 kg. → Zum S20
Speedbike Power S18 Pro
Schwungmasse 18 kg, Sportsattel, Starrlauf, Magnetbremse, Schrittlänge 76,5–90 cm, bis 130 kg. → Zum S18 Pro
Speedbike Performance S15
Schwungmasse 20 kg, Q-Faktor 31 cm, Sportsattel, Starrlauf, bis 150 kg. → Zum S15
Speedbike Big Screen S11S
Schwungmasse 18 kg, Komfortsattel statt Sportsattel, Magnetbremse, bis 120 kg. Der bequemste Einstieg ins Indoor Cycling. → Zum S11S
Fazit: Was passt zu dir?
Ergometer, wenn du nach Plan trainierst, deinen Fortschritt in Zahlen sehen willst, nach einer Verletzung wieder einsteigst oder Wert auf eine aufrechte, bequeme Haltung legst.
Speedbike, wenn du Indoor Cycling fährst, das Rennrad-Gefühl suchst, im Wiegetritt trainieren willst und einen satten, schweren Lauf schätzt.
Unentschlossen? Das S11S kombiniert die Speedbike-Bauart mit einem Komfortsattel, das H21 Pro das Ergometer mit Sportsattel und Klickpedalen. Beide Modelle liegen bewusst dazwischen.
Alle Räder findest du unter Ergometer, Speedbike und in der Übersicht Bikes & Ergometer.
FAQ: Häufige Fragen zu Ergometer und Speedbike
Was ist der Unterschied zwischen Heimtrainer und Ergometer?
Ein Ergometer regelt den Widerstand in Watt und hält die vorgegebene Leistung konstant. Ein einfacher Heimtrainer hat nur Widerstandsstufen ohne definierte Leistung. Jedes Ergometer ist ein Heimtrainer, aber nicht jeder Heimtrainer ein Ergometer.
Was bedeutet Starrlauf?
Die Pedale sind fest mit der Schwungscheibe verbunden und laufen weiter, solange sie sich dreht. Du kannst nicht abrupt aufhören zu treten, sondern musst die Bewegung auslaufen lassen. Fast alle Speedbikes haben Starrlauf.
Wie viel Schwungmasse braucht ein Speedbike?
Ab etwa 18 kg läuft es rund. Unser S17 liegt mit 28 kg deutlich darüber, S15 und S20 bei 20 kg. Wenig Schwungmasse macht sich vor allem bei hoher Trittfrequenz als unruhiger Lauf bemerkbar.
Kann man auf einem Speedbike nach Watt trainieren?
Nicht im Sinne einer geregelten Vorgabe. Manche Konsolen schätzen einen Wattwert, halten ihn aber nicht konstant. Wer nach Leistung trainieren will, braucht ein Ergometer mit angegebenem Belastungsbereich.
Welches Rad eignet sich für die Reha?
In aller Regel ein Ergometer mit niedrigem Einstieg, Komfortsattel und aufrechter Haltung – etwa das H21 Pro mit 45 cm Einstiegshöhe. Noch schonender ist ein Liegeergometer mit Rückenlehne. Sprich die Belastung vorher mit deinem Arzt oder Therapeuten ab.